Engagements

Stiftung Fintan

In Rheinau, einem Dorf mit viel Geschichte am nördlichsten Ende des Kantons Zürich, entwickelt sich seit 1998 unter dem Namen Fintan ein stetig wachsendes Projekt. Unsere Arbeit gilt einer ökologisch, sozial und geistig lebendigen Welt.

Die Stiftung Fintan dient einer Reihe von rechtlich und wirtschaftlich selbständigen Betrieben und Projekten als Boden und Dach. So öffnet und sichert sie Räume intensiver und kreativer Zusammenarbeit für Fintan Betriebe und Fintan Partner – den Trägern der beiden Fintan Qualitätssiegel. Die lebendige und föderalistische Struktur bringt Gemeinsamkeit und Verantwortung einerseits, Selbständigkeit, Kompetenz und Initiative andererseits in ein dynamisches Gleichgewicht.

Aus dem Projekt hervorgegangen sind biologisch-dynamische Landwirtschaft auf dem Feld und in den Ställen, im Rebberg, Garten und Bienenhaus. Verarbeitung und Verkauf durch Bäckerei, Kräuterwerkstatt, Metzgerei, Hofladen. Entwicklung und Vertrieb von Gemüse- und Getreidesaatgut. Geschützte Wohn-, Arbeits- und Ausbildungsplätze für Menschen mit Betreuungsbedarf. Vermietungen und Gastro-Angebote. Therapien wie Massage, Reiten und Eurythmie. Biodynamische Forschung und Ausbildung, Kindertagesstätte, Führungen, Seminare und Kurse in den Bereichen Landwirtschaft, Kunst, Anthroposophie. Forschungsprojekte auf überphysischer Ebene. Kunst aus eigenen Ateliers und in Kursen.

Gut Rheinau ist Teil des Gesamtprojekts und engagiert sich aktiv an dessen Weiterentwicklung.

stiftung fintan karte

Hofschlachtung auf Gut Rheinau

Unsere Rinder werden seit September 2023 auf dem Hof geschlachtet. Die Hofschlachtung ist für uns ein Teil der wesensgerechten Tierhaltung. Das Schlachten in einer gewohnten Umgebung, ohne Transport, Trennung von der Herde, ungewohnte Geräusche und Gerüche führt zu einer stressfreien Schlachtung – zum Wohl des Tieres und für die Qualität des Fleisches.

Wandel der Zeit

Mit zunehmender Industrialisierung der Fleischproduktion und des Metzgerhandwerks nach dem zweiten Weltkrieg wurden umfangreiche Tierschutz- und Hygienevorschriften erlassen. Im Jahr 1987 trat in der EU ein umfassendes Fleischhygienegesetz in Kraft welches die industrielle Schlachtung regelte. Die meisten Vorschriften wurden von der Schweiz übernommen. Mit den neuen Anforderungen an Gebäude und Einrichtungen der Schlachtbetriebe verschwand das ländliche Kleinschlachthandwerk und die bis dahin üblichen Hofschlachtungen und Störmetzgereien.

Bis im Juli 2020 fehlten in der Schweiz die rechtlichen Grundlagen für die Bewilligung von Hoftötungen zur Fleischgewinnung. Einzelne landwirtschaftliche Betriebe in mehreren europäischen Ländern haben sich den Vorschriften zu widersetzen versucht, indem sie ihre Tiere weiterhin auf dem eigenen Betrieb schlachteten, ohne alle Vorschriften erfüllen zu können. Die Motivation war immer, den Stress für die Tiere möglichst gering zu halten. Ihr Vorgehen war aber vor illegal. Über Jahrzehnte haben sie Streitigkeiten und Prozesse mit Behörden ausgefochten.

Dank ihrer Pionierarbeit können Höfe in der Schweiz heute wieder eine Bewilligung beantragen. Zunehmend ist es für KonsumentInnen möglich wieder Fleisch von Tieren zu kaufen, die ihr ganzes Leben im gewohnten Umfeld verbringen durften.

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Der Bodenfrucht­bar­keits­fonds der Bio-Stiftung Schweiz

Ein grosses Augenmerk in der Bewirtschaftung unseres Betriebes gilt der Entwicklung und Förderung der Bodenfruchtbarkeit. Die positive Entwicklung derselben gilt uns als Gradmesser für ein erfolgreiches bewirtschaften unsrer Grundlage – der Erde.

Kurzfristig gesehen beissen sich in der Regel die Interessen eines gesunden Bodens mit deren der Wirtschaftlichkeit eines landwirtschaftlichen Betriebes, mittel- und langfristig gesehen sind diese Investitionen in die Zukunft jedoch unabdingbar. An dieser Stelle springt der Bodenfruchtbarkeitsfond in die Bresche und ermöglicht uns konkrete Massnahmen auf dem Feld.

Mittels einer 11jährigen vielfältigen Fruchtfolge, der sorgfältigen Auswahl der Bodenbearbeitung, der Kompostierung unserer Hofdünger sowie der Bewirtschaftung unserer Zwischenkulturen/Gründüngungen greifen wir fördernd in das komplexe Ökosystem Boden ein.

Gut Rheinau ist seit 2017 ein Partnerbetrieb des Bodenfruchtbarkeitsfonds. Zusammen erhalten und steigern wir die Bodenfruchtbarkeit, für uns und für zukünftige Generationen.